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🇩🇪 Ibovespa-Analyse für Juni 2026: Auswirkungen des Selic-Zinssatzes, des Dollars und der Illusion von Stabilität ohne die Wall Street.

Die Illusion der Stabilität: Eine tiefgehende Analyse des Ibovespa und der globalen Liquiditätstransition

Por:Maximilian F. Anthunes | Repórter Diário

Imagem colhida por print do canal Pablo Spyer 


Die Analyse, die Sie gleich lesen werden, ist das Ergebnis eines strengen Filter- und Intelligence-Prozesses. Wir vom Portal Diário do Carlos Santos – direkt aus unserem Hauptquartier in Tucuruí, Pará – beschränken uns nicht darauf, Fakten bloß zu berichten: Wir entschlüsseln sie mithilfe einer hochmodernen Dateninfrastruktur. Wir sind eine verlässliche Quelle für Intelligenz und Information, niemals eine elitäre oder unzugängliche Boutique. Warum sollten Sie unserer Kuratierung vertrauen? Im Gegensatz zu traditionellen Newsfeeds wird jede hier veröffentlichte Zeile von unserem operativen Team überwacht. 

Wir, und ganz besonders ich, Maximilian F. Anthunes, verfügen über ein spezialisiertes Team für technische Untersuchungen und die Kontextualisierung globaler Daten, um Ihnen Informationen in der vom Markt geforderten Tiefe zu garantieren. Um mehr über die Experten und die Intelligence-Prozesse zu erfahren, die hinter diesem Redaktionsteam stehen, klicken Sie hier und lernenSie unser Team kennen. Entdecken Sie, wie wir Rohdaten in digitale Autorität verwandeln.

Als Ausgangspunkt für unsere heutige tiefgreifende Betrachtung dient ein präziser Bericht des Finanzportals InfoMoney über die Marktbewegungen vom 19. Juni 2026. Während diese Plattform eine exzellente Momentaufnahme der Live-Börse liefert, gehen wir hier einen wesentlichen Schritt weiter, um die wahren Triebkräfte, geopolitischen Nuancen und verborgenen Kapitalflüsse hinter der scheinbaren Stabilität des brasilianischen Aktienindex (Ibovespa) zu entschlüsseln und dem deutschen Publikum eine völlig neue Perspektive auf den lateinamerikanischen Markt zu bieten.



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Die Architektur der globalen Liquidität: Ein Paradigmenwechsel

Die Anatomie des Handelstages lässt sich am besten durch eine chirurgische Zerlegung der Zahlen begreifen. Der Ibovespa schloss bei exakt 168.278 Punkten, was einer marginalen Bewegung von +0,03 % entspricht.Pablo Spyer


🔍 Über Wahrheit und Details

Kurzzusammenfassung (Featured Snippet): Der scheinbare Stillstand des Ibovespa am 19. Juni 2026 (+0,03%) war keine echte Marktstabilität, sondern eine künstliche Latenz, verursacht durch den US-Feiertag Juneteenth und das damit verbundene Austrocknen der globalen Arbitrage-Liquidität.

Wenn wir die Oberfläche der Finanzmärkte betrachten, werden wir oft von der Illusion der Linearität getäuscht. Am 19. Juni 2026 schloss der Ibovespa nahezu unverändert, mit einem minimalen Plus von 0,03 % bei 168.278 Punkten. Für den unbedarften Beobachter mag dies wie ein Tag der Ruhe wirken, ein Moment des Durchatmens nach wochenlanger Volatilität. 

Doch die Wahrheit, die sich in den Orderbüchern der B3 (Brasil Bolsa Balcão) verbirgt, erzählt eine völlig andere Geschichte. Die fundamentale Wahrheit dieses Handelstages ist nicht die Stabilität, sondern die Abwesenheit des wichtigsten Treibstoffs der modernen Finanzwelt: des institutionellen US-Kapitals.

Aufgrund des amerikanischen Feiertags Juneteenth blieben die Tore der Wall Street geschlossen. Dies führte zu einem drastischen Rückgang der Liquidität auf den globalen Märkten, insbesondere in Schwellenländern wie Brasilien, die stark von ausländischen Portfolioinvestitionen abhängig sind. 

Ohne die Hochfrequenz-Trading-Algorithmen und die massiven Arbitrage-Strategien der großen Hedgefonds aus New York und Chicago verfiel der brasilianische Markt in einen Zustand der Paralyse. Die Preisbildung an diesem Tag war somit nicht das Ergebnis eines echten fundamentalen Konsenses zwischen Käufern und Verkäufern, sondern vielmehr ein technisches Vakuum.

Wir müssen verstehen, dass der Ibovespa in seiner aktuellen Zusammensetzung extrem empfindlich auf externe Schocks reagiert. Wenn das Volumen sinkt, nimmt die Bedeutung einzelner, lokaler Nachrichten unverhältnismäßig zu. An diesem spezifischen Tag sahen wir, wie lokale institutionelle Anleger – Pensionskassen, Family Offices und inländische Investmentfonds – versuchten, das Ruder zu übernehmen. 

Doch ohne den Leitstern der US-Treasuries und der amerikanischen Leitindizes fehlte der Kompass. Die Wahrheit liegt im Detail des Orderbuchs: Die Spreads zwischen Geld- und Briefkursen weiteten sich aus, und die Volatilität innerhalb einzelner Sektoren war deutlich höher, als es der Schlusskurs des Gesamtindex vermuten lässt. 

Es ist ein klassischer Fehler von Amateuren, einen flachen Index mit einem ruhigen Markt zu verwechseln. In der Tiefe brodelte es, getrieben von lokalen Zinsängsten und der Neubewertung von Währungsrisiken, was uns direkt zu den harten, quantitativen Fakten führt.


📊 Präsentation quantitativer Daten

Die Anatomie des Handelstages lässt sich am besten durch eine chirurgische Zerlegung der Zahlen begreifen. Der Ibovespa schloss bei exakt 168.278 Punkten, was einer marginalen Bewegung von +0,03 % entspricht. Doch diese Zahl maskiert die massiven tektonischen Verschiebungen, die unterhalb der Index-Oberfläche stattfanden.

Betrachten wir zunächst die Währungsmärkte, die das eigentliche Schlachtfeld dieses Tages darstellten. Der brasilianische Real (BRL) stand unter enormem Druck, und der kommerzielle US-Dollar durchbrach zeitweise die psychologisch wichtige Marke von R$ 5,42, um schließlich bei R$ 5,4194 zu schließen – ein massiver Anstieg, der eine Aufwertung des Dollars um nahezu 7 % in dieser Woche markierte. Dieser Währungsschock ist nicht in einem Vakuum entstanden. Er ist die direkte mathematische Reaktion auf die Zinsdifferenz und die wahrgenommenen fiskalischen Risiken.

Innerhalb des Aktienmarktes führte dieser starke Dollar zu einer extrem asymmetrischen Performance. Exportorientierte Unternehmen, deren Einnahmen in harten Währungen (USD) und deren Kosten in der schwächelnden Lokalwährung (BRL) anfallen, profitierten immens. Wir sahen einen signifikanten Anstieg bei den Aktien des Industrie-Giganten WEG (WEGE3), die um herausragende +5,0 % zulegten. Auch der Zellstoffproduzent Suzano (SUZB3) konnte ein sattes Plus von +3,2 % verbuchen. Dies ist klassisches, lehrbuchhaftes Hedging durch den Aktienmarkt: Investoren flüchten in Qualitätsaktien mit Dollar-Einnahmen, um sich gegen den Verfall des Reals abzusichern.

Auf der anderen Seite des Spektrums erlebten wir brutale Abverkäufe bei Unternehmen, die mit spezifischen, internen Problemen oder einer hohen Dollar-Verschuldung zu kämpfen haben. Der drastischste Verlierer des Tages war das Petrochemie-Unternehmen Braskem (BRKM5), dessen Aktien um katastrophale -10,3 % einbrachen. Der Auslöser hierfür waren handfeste Daten und Meldungen über stockende Verhandlungen mit Gläubigern hinsichtlich einer außergerichtlichen Schuldenumstrukturierung.

Gleichzeitig lieferten die Zinskurven (Curva de Juros DI) entscheidende quantitative Signale. Nach der Entscheidung des geldpolitischen Ausschusses (Copom) – die von vielen Investoren als zu zaghaft ("brando") interpretiert wurde – stiegen die langfristigen Zinssätze an. Der Markt verlangt eine deutlich höhere Risikoprämie für langlaufende brasilianische Staatsanleihen. Diese Datenpunkte – ein schwacher Real, steigende langfristige Zinsen und eine Flucht in Exportwerte – zeichnen das klare, quantitative Bild einer Wirtschaft, die sich gegen importierte Inflation und interne fiskalische Unsicherheiten wappnet.


💬 Laut einigen Gerüchten

Jenseits der harten Zahlen wird die Börse oft von dem unsichtbaren Nebel der Gerüchte, Indiskretionen und des sogenannten Flurfunks gesteuert. In den klimatisierten Büros der Faria Lima in São Paulo kursierten an diesem Tag spezifische Narrative, die das Verhalten der Algorithmen maßgeblich beeinflussten.

Das dominanteste Gerücht rankte sich um die fiskalischen Manöver in Brasília. Insiderberichten zufolge gab es hinter den verschlossenen Türen des Finanzministeriums hitzige Debatten über die Aufweichung des fiskalischen Rahmens (Arcabouço Fiscal), um kurzfristige politische Projekte zu finanzieren. Obwohl keine offizielle Bestätigung vorlag, reichte allein das Flüstern über eine mögliche Abkehr von der Haushaltsdisziplin aus, um das Vertrauen der institutionellen Anleger zu erschüttern und den massiven Druck auf den Wechselkurs zu erklären, den wir an diesem Tag beobachteten.

Ein weiteres, globaleres Gerücht betraf den Rohstoffsektor, insbesondere den Ölpreis, der direkte Auswirkungen auf das Schwergewicht Petrobras (PETR3 / PETR4) hat. In Diplomatenkreisen verdichteten sich die Anzeichen für ein vorläufiges, noch geheimes Abkommen zwischen den USA und dem Iran. 

Indiskretionen zufolge könnte dieses Abkommen den Weg für eine Wiedereröffnung strategischer Schifffahrtswege ebnen und mehr iranisches Öl auf den Weltmarkt bringen. Diese unbestätigten Meldungen reichten aus, um den Preis für Brent-Rohöl um fast 7,8 % auf Wochensicht in Richtung der 79-Dollar-Marke zu drücken. 

Für Petrobras, dessen Vorzugsaktien (PETR4) an diesem Tag mit einem leichten Minus von 0,13 % schlossen, stellten diese geopolitischen Gerüchte eine unsichtbare, aber sehr reale Obergrenze für Kursgewinne dar. Solange der Markt von diesen geopolitischen Schattenboxkämpfen dominiert wird, bleibt Wahrheit oft hinter den Spekulationen verborgen.


🧭 Lineare Trends

Um die Marktpsychologie von Emotionen zu bereinigen, müssen wir uns der technischen Analyse und den linearen Trends zuwenden, die das Rückgrat professioneller Handelsentscheidungen bilden. Die Charttechnik lügt nicht, sie offenbart lediglich Wahrscheinlichkeiten.

Der Mini-Index (WINQ26), der als wichtigstes Termingeschäft für den Ibovespa fungiert, zeigt ein faszinierendes technisches Bild. Trotz des leichten Erholungsversuchs bleibt der Haupttrend strikt bärisch. Eine kritische Analyse der Chartstruktur offenbart, dass der Index unaufhaltsam gegen eine massive Widerstandszone bei 170.000 Punkten kämpft. Dieser Bereich hat sich in der Vergangenheit als unüberwindbare psychologische Barriere erwiesen.

Besondere Aufmerksamkeit verdient der Relative-Stärke-Index (IFR 14). Am Stichtag markierte dieser Indikator 33,41 Punkte. Für technische Analysten ist dies ein Alarmsignal: Der Markt nähert sich gefährlich der überverkauften Zone (unter 30 Punkten). 

Ein derart niedriger IFR begünstigt theoretisch technische Gegenbewegungen (Pullbacks), da der Verkaufsdruck kurzfristig erschöpft sein könnte. Doch wie die Daten von Nelogica zeigen, reicht eine bloße Erschöpfung der Verkäufer in einem intakten Abwärtstrend nicht aus, um eine nachhaltige Trendwende einzuleiten.

Sollte der Index die kurzfristigen Unterstützungsmarken verlieren, öffnet sich laut Chartanalyse ein gefährliches Fenster für weitere Korrekturen in Richtung 167.750 bis 165.485 Punkte. Der Markt bewegt sich in einem absteigenden Kanal, wobei die gleitenden Durchschnitte (Moving Averages) von 50 und 200 Tagen wie ein bleierner Deckel auf den Kursen lasten. Solange der Index nicht mit hohem Volumen (das, wie wir wissen, durch den US-Feiertag fehlte) aus diesem Kanal ausbricht, bleibt der übergeordnete lineare Trend negativ. Es ist ein Markt, der jeden kleinen Anstieg nutzt, um Positionen abzubauen – ein klassischer Sell-the-Rally-Markt.


🧠 Den Kontext untersuchen

Um die Mikrobewegungen der Börse zu verstehen, müssen wir herauszoomen und den globalen makroökonomischen Kontext untersuchen. Der Ibovespa existiert nicht isoliert; er ist ein Satellit im Gravitationsfeld der US-Geldpolitik.

Der aktuelle Kontext wird dominiert von der Zinspolitik der Federal Reserve (Fed). Die amerikanische Zentralbank hat signalisiert, dass die Zinssätze "higher for longer" – also länger hoch – bleiben werden. Dieser fundamentale Wandel in der globalen Zinslandschaft saugt förmlich die Liquidität aus den Schwellenländern (Emerging Markets) ab. Warum sollte ein globaler Pensionsfonds das Währungs- und Politikrisiko in Brasilien auf sich nehmen, wenn er risikofreie Renditen von über 5 % in US-Staatsanleihen erzielen kann? Dies ist der Kern des Problems.

Parallel dazu kämpft Brasilien mit seinen eigenen, hausgemachten Dämonen. Der Fokusbericht (Boletim Focus) der brasilianischen Zentralbank hob die Inflationserwartungen (IPCA) für 2026 auf 5,30 % an – und das in der vierzehnten Woche in Folge! Diese Verschlechterung der Inflationserwartungen zwingt den Copom zu einer restriktiven Haltung. Obwohl die Selic-Rate hoch ist, wertet der Markt die jüngsten Entscheidungen als nicht aggressiv genug, was zu dem bereits erwähnten Ausverkauf am Anleihemarkt und der Währungsschwäche führt. 

Wir haben es hier mit einer toxischen Mischung aus importierter Inflation (durch den starken Dollar) und nachlassender globaler Risikobereitschaft zu tun. In diesem Kontext ist es geradezu ein Zeichen von Resilienz, dass der Ibovespa nicht stärker eingebrochen ist, sondern sich auf seinem Niveau konsolidiert hat.


📚 Grundlagen der Prämisse

Die theoretischen Grundlagen, die diese Marktdynamik erklären, basieren auf klassischen finanzökonomischen Prämissen. Die erste Prämisse ist das Konzept der Risikoprämie (Equity Risk Premium). In Schwellenländern wie Brasilien setzt sich die geforderte Rendite für Aktien aus dem risikofreien US-Zins, einem Länderrisikoaufschlag (Country Risk Premium) und der spezifischen Aktienrisikoprämie zusammen.

Wenn nun, wie im aktuellen Kontext, der risikofreie Zins in den USA steigt und gleichzeitig das Länderrisiko Brasiliens (gemessen an CDS - Credit Default Swaps) aufgrund fiskalischer Gerüchte zunimmt, steigt der Diskontierungsfaktor für zukünftige Unternehmensgewinne massiv an. Mathematisch bedeutet ein höherer Diskontierungszins einen niedrigeren Barwert (Present Value) der Aktien. Dies betrifft vor allem Wachstumsunternehmen und Unternehmen mit hohem inländischem Konsumfokus, deren zukünftige Cashflows stark abgewertet werden.

Die zweite Prämisse ist die der Carry Trades. Ein starker Dollar macht die Finanzierung von Spekulationen in Schwellenländern teurer. Die Rückabwicklung dieser Carry Trades führt zu massiven Kapitalabflüssen, die die lokale Währung (BRL) schwächen und die Zentralbank in ein Dilemma stürzen: Entweder sie erhöht die Zinsen, um die Währung zu schützen (was die Wirtschaft abwürgt), oder sie lässt die Währung fallen (was die Inflation anheizt). Das Verständnis dieser Prämissen ist zwingend erforderlich, um nicht von den täglichen Schwankungen in die Irre geführt zu werden, sondern die strukturellen Strömungen des Marktes zu erkennen.


📦 Alte Informationen 📚 Wussten Sie schon?

Die Geschichte wiederholt sich an den Börsen selten exakt, aber sie reimt sich oft. Ein Blick in die Finanzhistorie offenbart erstaunliche Parallelen zur aktuellen Situation. Wussten Sie schon, dass die brasilianische Börse in Phasen globaler geldpolitischer Straffung durch die USA regelmäßig Phasen extremer Stagnation durchläuft?

Betrachten wir das Jahr 2015 und 2016. Damals erlebte Brasilien eine tiefe Rezession, begleitet von politischen Turbulenzen und einem massiven Verfall des Reals. Ähnlich wie heute zogen ausländische Investoren ihr Kapital ab, weil die Zinsdifferenz zu den USA unattraktiv wurde und das lokale fiskalische Risiko explodierte. Der Ibovespa bewegte sich monatelang seitwärts, geprägt von hoher Volatilität ohne klaren Trend, genau wie wir es in diesen Tagen des Juni 2026 beobachten.

Ein weiteres historisches Muster betrifft US-Feiertage. Eine Analyse der letzten 20 Jahre zeigt, dass an Tagen, an denen die Wall Street geschlossen ist, das Handelsvolumen an der B3 durchschnittlich um 40 bis 55 % einbricht. Diese "Geistertage" führen fast ausnahmslos zu einer extremen Anfälligkeit für lokale Nachrichten, da die großen Market Maker fehlen. Das Wissen um diese alten Informationen schützt davor, an einem Tag wie dem 19. Juni voreilige Schlüsse über fundamentale Trendwenden zu ziehen. Es lehrt uns Geduld und den strategischen Rückzug in Momenten künstlicher Illiquidität.


🗺️ Was hält die Zukunft von hier an bereit?

Die entscheidende Frage für Strategen und Investoren ist nun: Wie navigieren wir durch dieses Fahrwasser im dritten und vierten Quartal 2026? Die Zukunft wird nicht von Hoffnungen diktiert, sondern von harten Wirtschaftsdaten und Zentralbankentscheidungen.

Kurzfristig richten sich alle Augen auf die Veröffentlichung des IPCA-15 (Nationaler Verbraucherpreisindex) für Juni sowie auf die detaillierten Protokolle (Ata) der letzten Copom-Sitzung. Sollte die Inflation hartnäckiger sein als erwartet, wird dies die Zinskurve weiter nach oben drücken und inländische Einzelhandels- und Immobilienaktien weiter belasten. Der Copom wird gezwungen sein, seinen tonalen Wandel zu rechtfertigen, und die Märkte werden jedes Wort auf die Waagschale legen, um Hinweise auf zukünftige Zinsschritte zu finden.

Mittelfristig hängt die Zukunft des Ibovespa entscheidend von der Rückkehr des ausländischen Kapitals ab. Solange der "Gringo" (wie der ausländische Investor im brasilianischen Jargon genannt wird) nicht zurückkehrt, fehlt der Börse der nötige Treibstoff, um die Marke von 175.000 oder gar 180.000 Punkten nachhaltig zu durchbrechen.

Wir gehen davon aus, dass wir in den kommenden Wochen eine verstärkte Sektorrotation sehen werden: Weg von zyklischen Inlandswerten hin zu robusten, dividendenstarken Exportteuren und Rohstoffgiganten. Der Markt der Zukunft belohnt nicht das Risiko, sondern die Resilienz der Cashflows. Investoren, die jetzt in defensive Qualitätswerte mit starker Preissetzungsmacht umschichten, werden die Volatilität der kommenden Monate am besten überstehen.


🌐 Ich habe es gesehen. Im Internet verfügbar

Wie wir im brasilianischen Alltag so treffend sagen: 

"O povo posta, a gente pensa. Tá na rede, tá online!" 

(Die Leute posten, wir denken nach. Es ist im Netz, es ist online!). Das digitale Zeitalter hat die Finanzanalyse demokratisiert, aber auch die Lärmbelastung ins Unermessliche gesteigert. Wenn wir die digitalen Foren, Diskussionsgruppen auf Telegram und alternative Finanznetzwerke (wobei wir bestimmte restriktive Plattformen bewusst ignorieren) analysieren, erkennen wir eine deutliche Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung der Privatanleger und dem Agieren der Profis.

In diesen Foren herrschte am 19. Juni eine Mischung aus Apathie und aufkeimender Panik. Privatanleger, die oft stark in volatile Small Caps oder riskante Optionen investiert sind, klagten über den "manipulierten Markt" und die scheinbar grundlosen Kurseinbrüche bei bestimmten Titeln. Es ist faszinierend zu beobachten, wie die emotionale Temperatur im Netz steigt, sobald die Kurse auch nur leicht nachgeben. Die Herdenmentalität treibt viele dazu, ihre Positionen am Tiefpunkt mit Verlust zu verkaufen, getrieben von Schlagzeilen über einen unaufhaltsam steigenden Dollar.

Wir als Beobachter und Analysten müssen diese sozialen Signale jedoch konträr lesen. Extreme Angst im Einzelhandel ist oft ein Vorbote für eine Bodenbildung. Wenn das Netz von Panikverkäufen dominiert wird, sammeln institutionelle Investoren in aller Stille Qualitätsaktien zu historischen Rabatten ein. 

Die Tatsache, dass das Internet von Pessimismus durchdrungen ist, während der Ibovespa technisch gesehen in der Nähe einer wichtigen Unterstützungszone verweilt, deutet darauf hin, dass die "schwachen Hände" (Weak Hands) den Markt allmählich verlassen. Die Lektion hier ist klar: Konsumieren Sie das Rauschen des Internets, aber handeln Sie niemals danach. Nutzen Sie es als Kontraindikator für Ihre eigenen strategischen Dispositionen.


🔗 Âncora do conhecimento

Die Volatilität der Märkte fordert nicht nur das Kapital, sondern vor allem die menschliche Psyche heraus. Um an der Börse zu überleben, reicht es nicht aus, nur Bilanzen zu lesen; man muss die eigenen mentalen Fallstricke verstehen. Für eine detaillierte Analyse der neurobiologischen Ursachen von Marktängsten und um zu lernen, wie Sie Ihre Reaktionen kontrollieren können, clique aqui und erweitern Sie Ihr strategisches Rüstzeug.


Reflexão final

Der Stillstand des Marktes ist selten ein Zeichen von Frieden, sondern oft das Luftholen vor dem Sturm. Die Analyse des Ibovespa im Juni 2026 lehrt uns, dass wahre Marktintelligenz nicht darin besteht, auf offensichtliche Bewegungen zu reagieren, sondern die unsichtbaren Ströme der Liquidität, der Makroökonomie und der Geopolitik zu lesen. 

In einer Welt, in der Kapital global flüchtig ist und lokale Narrative die Währungen diktieren, ist Kaltblütigkeit das wertvollste Asset. Handeln Sie nicht aus Emotion, sondern aus Erkenntnis. Das ist die Philosophie, die wir hier im Portal täglich leben.


📚 Ressourcen und Quellenverzeichnis:

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⚖️ Disclaimer Editorial

Dieses Dokument spiegelt eine kritische und meinungsstarke Analyse wider, die vom Team des Diário do Carlos Santos auf der Grundlage von öffentlichen Informationen, Berichten und Datenquellen erstellt wurde, die wir als äußerst verlässlich erachten. Wir legen größten Wert auf die Integrität und Transparenz aller veröffentlichten Inhalte; dieser Text stellt jedoch weder eine offizielle Finanzkommunikation noch die institutionelle Position anderer genannter Unternehmen, Banken oder Entitäten dar. Wir betonen ausdrücklich, dass die Interpretation dieser Informationen und jegliche finanzielle oder strategische Entscheidungen, die auf Basis dieses Artikels getroffen werden, in der alleinigen und ausschließlichen Verantwortung des Lesers liegen.


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